“Ein Spiel dauert 90 Minuten…

23. März 2009  Kategorie: Fußball

…und der Ball ist rund.” Dass diese alte Fußball-Weisheit von Sepp Herberger nicht auf jedes Spiel zutrifft, mussten die Ottfinger gestern beim Auswärtsspiel in Siegen miterleben. Das Wichtigste vorab – das Spiel wurde mit 1:0 gewonnnen und der SVO hat seine kleine Siegesserie auf vier Spiele ausgebaut.

Henning Vogt

Elfmeter-Killer: Torhüter Henning Vogt

Ein Mann hatte sich jedoch an diesem Tag wohl zum Ziel gemacht, diese Serie zu beenden. Und das war leider der “Unparteiische”.

Aber zunächst zum Spiel. Vor den Augen von Jose Fernandez, dem Trainer des kommenden Gegners Altenhof, entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Viele Chancen wurden nicht herausgespielt. Wenn es einmal gefährlich wurde, dann meist durch Standardsituationen. Der Siegener SC beschränkte sich auf schnell vorgetragene Konter. Etwas zählbares kam dabei jedoch nicht heraus.

In der 31. Minute fiel dann der goldene Treffer durch Mehmet Er. Passend zum Spiel fiel das Tor aus dem Gewühl heraus. Unser Torjäger hat damit bereits 13 Treffer auf seinem Konto.

Das Spiel wurde nun deutlich aggressiver. Negativ zu erwähnen ist hier, dass man sich von den Spielern der Gastgebers zum Teil unmögliche Kommentare anhören musste, die mit dem Sport und einem gesunden Ehrgeiz nichts mehr zu tun hatten. Auch Ottfingens Trainer Ottmar Griffel wurde ohne Grund von einem gegnerischen Spieler angepöbelt. Hier konnten selbst die Siegener Anhänger nur mit dem Kopf schütteln.

In der zweiten Hälfte drängten die Hausherren dann auf den Ausgleich. Damit eröffneten sich für die Gäste immer wieder Kontermöglichkeiten. Doch wie schon in den letzten Spielen war die Chancenauswertung miserabel. Die beste Torgelegenheit hatte Mehmet Er mit einem Pfostenschuss.

Was sich über das gesamte Spiel angedeutet hatte, wurde in der Schlussphase des Spiels offensichtlich. Der Schiedsrichter konnte sich nicht mit einem Gästesieg anfreunden. So ließ er insgesamt 9 (!) Minuten nachspielen. Da es sich nicht um ein Pokalspiel handelte, wusste keiner so Recht wie er zu dieser Entscheidung gelangte.

Nach 90 gespielten Minuten fragte der SVO-Trainer beim Schiedsrichter nach, wie lange noch zu spielen wäre. Dieser zeigte daraufhin 5 Minuten an, worüber sich alle anwesenden Zuschauer wunderten. Kurz danach gab es dann zu allem Überfluss noch einen Elfmeter für den Siegener SC. Über solche Szenen lässt sich sicherlich streiten, daher schenken wir uns an dieser Stelle den Kommentar. Timo Winheller musste nach der Ampelkarte vom Platz. Ottfingen also nur noch zu zehnt. Seinen Frust über die Gelb-Rote Karte seines Teamkollegen und die lange Nachspielzeit ließ Torhüter Henning Vogt beim Elfmeter raus, indem er diesen souverän parierte. Erleichterung beim SVO.

Kurz darauf wurde dann der eingewechselte Sebastian Griffel in des Gegners Strafraum von den Beinen geholt. Wie sollte es anders sein. Gelb-Rote Karte für den Ottfinger wegen Schwalbe. Die angekündigten 5 Minuten Nachspielzeit wurden dann auf 9 Minuten erhöht. Doch nach 99 Minuten hatte der Schiedsrichter wohl eingesehen, dass Siegen kein Tor mehr schießen würde und beendete die Partie.

Nach dem Spiel hatte der Referee dann noch einen tollen Kommentar für die Ottfinger Spieler parat. “Man sieht sich im Leben immer zweimal.” Stimmt aber nicht ganz. Das war bereits das zweite Mal. In der Hinrunde hatte er nämlich schon die Partie Burbach gegen Ottfingen geleitet. In diesem Spiel schickte er Timo Winheller für ein einziges Foul mit Gelb-Rot vom Platz. Das es diese Regel im Fußball nicht gibt, war ihm in dem Moment bestimmt entfallen.

Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass wir normalerweise keine Schiedsrichterentscheidungen kommentieren, da es in jedem Spiel strittige Szenen gibt und eine Bewertung subjektiv ist. Doch andererseits muss man sich fragen, was man sich alles von einem “Unparteiischen” gefallen lassen muss. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Wege des Schiedsrichters und die des SVO nicht wieder kreuzen.

Positiv ist aber die kämpferische Leistung hervorzuheben. In díeser hitzigen Atmosphäre behielten die Spieler die Ruhe und brachten die Führung über die Zeit. Eine tolle Leistung!

SV Ottfingen:
Vogt, Stock, Niederschlag, Winheller, Willmes, Kuhlmann, Schönauer (46. Sebastian Griffel), Hartmann, Bieker (85. Luke), Kucam (75. Christian Griffel), Er

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